Ja ich weiss, schon lange her, dass ich hier etwas geschrieben habe. Die Zeit vergeht, tenziell viel schneller als mir lieb ist. Aber wie auch immer, schön der Reihe nach ein kurzer Überblick:
Ende Januar habe ich meine Masterarbeit über die Schönheit von Wasserfällen oder offiziell wissenschaftlich “Flow and appearance of waterfalls - developing methods for determining the visual effects of flow changes in relation to hydropower development” abgegeben und damit schliess ich mein Studium mit dem Master of science in Bauingenieurwissenschaften ab. Da ist man plötzlich fertig mit der Ausbildung und langsam gewöhne ich mich daran zu sagen, dass ich Bauingenieurin bin und nicht etwa studiere oder so.
Inzwischen arbeite ich als sivilingeniør innen vassdragsteknikk bei Sweco Norge AS auf der Abteilung Energi. Wir planen Wasserkraftwerke und alles drum und dran: Vorstudien, Konzessionsgesuche schreiben, Produktionsberechungen, Beratung für Änderungen an Konzessionen, Dammbruchwellenberechnungen, dimensionierendes Hochwasser abschätzen, … Mir gefällts gut und das Arbeitsumfeld ist super. Wir sind relativ viele Junge und der Betrieb hat eine eigene Sportgruppe und eine Humorgruppe (für kulturelle Anlässe zuständig).
Ja irgendwie komisch, zuerst war ein Jahr in Norwegen geplant, jetzt im Herbst sind es dann schon zwei. Norwegen gefällt mir sehr gut, vor allem die Natur. Dies ist wohl auch der Hauptgrund, wieso ich länger geblieben bin als geplant. Letzten Herbst war es ein langes hin und her, ob ich mich hier bewerben soll oder nicht: Schweiz? - Norwegen? - Schweiz? - Norwegen? Bis ich mich dann entschlossen hatte, den Schritt zu wagen und mir eine Stelle hier im Norden zu suchen. Mal schauen, was daraus wird. Eine Alternative war noch, eine Stelle in der Schweiz zu suchen, und dann hätte ich nach zwei Jahren oder so immer nochmals nach Norwegen können, um hier zu arbeiten. Aber ich glaube, dann hätte ich das nicht mehr gemacht. Wie auch immer: erstens kommt alles anders und zweitens als man denkt.
Am 1. Mai bin ich noch umgezogen. Jetzt wohne ich in einer WG am Marienlystvegen. Bis jetzt sind noch nicht alle eingezogen, aber bis nach dem Sommer sind wir dann zu fünft. Alle sind zwischen 23 und 27 Jahre alt und zwei von den anderen arbeiten, wie ich. Also zum Glück keine 19 jährigen, die gerade von Zuhause ausgezogen sind und die ersten sorglosen Semester feiern. Diese Zeiten sind vorbei. Der Vorteil mit der WG ist, dass ich jetzt mit Norwegern zusammenwohne und dass natürlich die Küche und die Stube ein bisschen grösser sind, als wenn ich alleine in eine 2-Zimmerwohnung gezogen wäre. Von meinem Zimmer aus habe ich ein bisschen Aussicht über die Stadt und in der Stube haben wir en Cheminee.
Ansonsten bin ich nach wie vor oft auf Touren. An Ostern war ich mit zwei Kollegen auf einer 4 Tagestour, die super war. Die Studentenpfadi gewährt mir noch ein bisschen Asyl, obwohl ich ja strenggenommen keine Studentin mehr bin… In unserer Hütte bauen wir eine Küche und am letzen Wochenende mussten wir dafür das Cheminee abreissen (Brechise, Vorschlaghammer, Ghörschutz, Schutzbrülle, … es riise Gaudi!).
Für den Sommer habe ich schon grosse Reisepläne: es geht nämlich nach Afrika, genauer Tanzania und Kenia. In Nairobi findet das World Moot 2010, ein internationales Pfadilager (wie chönnt’s au anderst sii) statt. Das Lager dauert 10 Tage und zuvor werde ich mit dem norwegischen Kontingent noch ein bisschen auf Safari gehen, so richtigs Touriprogram hald. Freue mich riesig und bin gespannt, wie Afrika so ist. An sonsten bin ich doch mehr oder weniger in Trondheim und wenn jemand noch eine Feriendestination braucht, kann ich Norwegen nur empfehlen.
So, jetzt muss ich noch ein paar Dinge vorbereiten, morgen ist nämlich der 17. Mai (also ir Schwiiz ja nit so speziell, aber da isch das Nationalfiirtig). Darum habe ich frei und werde mir sicher den Umzug in der Stadt anschauen. Anschliessend haben wir dann eine 17. Mai Gesellschaft bei mir: 21 Personen.